Residenzpflicht – Ein Filmabend

Die Antirassistische Initiative Greifswald lädt alle Interessierten zu einem Filmabend am 26.06.12 um 21.00 Uhr ins IKuWo ein. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Residenzpflicht“. Anschließend besteht die Möglichkeit einer Gesprächsrunde, an der auch die Regisseurin Denise Garcia Bergt teilnehmen wird.

Die Veranstaltung wird durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert.

Warum und wozu dürfen Menschen nicht gehen, wohin sie wollen? Nicht leben, wo sie möchten? Wie werden Asylsuchende untergebracht? Wie verläuft eine Abschiebung? Der Dokumentarfilm porträtiert das Leben und den Widerstand von Flüchtlingen in Deutschland und lässt dabei Anwälte, Flüchtlingsorganisationen und vor allem aktive Asylsuchende Repressionen, Alltagsrassismus und menschenverachtenden Zustände schildern. Dabei wird auch die Zeit der Kolonialisierung betrachtet: der Vorreiter der Residenzpflicht. Ein vielseitiger Film, der vor allem die Isolation der Asylsuchenden durchbrechen möchte.

 

Im Herbst letzten Jahres hat die brasilianische Journalistin, Regisseurin und Filmemacherin Denise Garcia Bergt in enger Kooperation mit The Voice (Refugee) Forum, Refugees Emanzipation und Der Karawane für die Rechte der Migrant_innen und Flüchtlinge den Dokumentarfilm „Residenzpflicht“ gedreht. Anhand verschiedener Interviews, u.a. mit Aktivist_innen im Bereich der Migrant_innen- und Flüchtlingesrechte, wird in der 70-Minütigen Dokumentation die Residenzpflicht, eine der restriktivsten Gesetzgebungen der deutschen Flüchtlings- und Asylpoltitik thematisiert und kritisiert.

Seit mindestens zehn Jahren kämpfen Flüchtlings- und Migrant_innenselbstorganisationen gegen die Residenzpflicht und fordern deren Abschaffung. Sie protestieren gegen das aufgezwungene Leben in Isolation und fordern ihr Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit ein. Der Film ist äußerst gut recherchiert und informativ. Ohne in die Falle einer bevormundenden (Re)präsentation zu treten, schafft es Denise Garcia Bergt mit diesem Film dem Publikum einen Einblick in die rassistische und menschenverachtende Asylpolitik der Bundesrepublik zu geben.

Thematisiert werden u.a. der Einfluss der Agentur Frontex und ihren ausgeklügelten Kontrollapparat an den Außengrenzen Europas, die deutsche Sortierung und Verteilung von Flüchtlingen in Asylbewerberunterkünften, das koloniale Erbe und der in Deutschland herrschende Alltagsrassismus.

 

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